Runder Tisch „Kunst und Forschung“

Alexander Damianisch (Leitung der Abteilung Support Kunst und Forschung)
Ruth Anderwald & Leonhard Grond (Künstlerduo, Wien)
Alexandra Graupner (Leiterin des AIL – Angewandte Innovation Laboratory)
Margarete Jahrmann (Univ.Prof. für Artistic Research, CEO Ludic Society)
Artemis Vakianis (kaufm. Vizepräsidentin des Wissenschaftsfonds FWF)

Fachgebiet: Kunst

Was ist es: Forschung gehört nicht der Wissenschaft, andere Felder sind von komplementärer Bedeutung um Forschung zu entwickeln und zu begreifen. Kunst wurde hier in den vergangenen Jahrzehnten immer wichtiger. Künstler*innen sind immer öfter zugleich Forscher*innen und/oder kollaborieren mit eben diesen. Dadurch tragen sie einen beachtlichen Teil zu einer modernen Form von Wissensproduktion und Vermittlung bei. Als bereits renommiertes Beispiel kann an dieser Stelle der dänische Künstler Olafur Eliason genannt werden, der, gemeinsam mit Minik Rosing (Professor für Geologie am naturhistorischen Museum der Universität Kopenhagen), anhand seiner Kunst-Installation „Ice-Watch“ eine Geschichte des Klimawandels nachzeichnete und Zusammenhänge von Gesellschaft und Technologie kritisch hinterfragte, beforschte und sichtbar gemacht hat. Dies ist nur einer aus einer Vielzahl an künstlerisch und künstlerisch-wissenschaftlich forschenden Künstler*innen auf die im Rahmen des runden Tisches Bezug genommen werden soll. Das Gespräch im Rahmen der ERN wird anhand konkreter Beispiele zeigen, wie man Forschung auch begreifen muss, wenn man ein umfassenderes Bild schaffen möchte.

Alexander Damianisch ist Leiter des Zentrum Fokus Forschung und leitet zudem den Bereich Support Kunst und Forschung an der Universität für angewandte Kunst Wien. Er ist Executive Board Mitglied der internationalen Society for Artistic Research (SAR).
Alexandra Graupner leitet seit 2014 das Angewandte Innovation Laboratories (AIL), eine Initiative der Universität für angewandte Kunst. Das AIL versteht sich als Plattform für interdisziplinäre künstlerische Forschung und als Labor für Gedankenexperimente. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Einbettung der Kunst und ihres Potentials in der Gesellschaft um Veränderungen zu initiieren.
Ruth Anderwald + Leonhard Grond arbeiten seit 1999 als Kollektiv in künstlerischen, kuratorischen und künstlerisch-forschenden Zusammenhängen. Ihre künstlerische Praxis nehmen sie als Dialog mit und zwischen den Sparten wahr. Ihre Kunst beschäftigt sich vorrangig mit dem Ausloten von Zonen des Taumelns und der Ungewissheit. Immer wieder widmen sie sich dabei Prozessen des Denkens und Handelns, wie jüngst der Bedeutung des Wiederholens und Erinnerns, auch mit ihrem Verein HASENHERZ, und der Betrachtung von Veränderungsprozessen. on-dizziness.org hasenherz.at anderwald-grond.at
Margarete Jahrmann ist Künstlerin, Forscherin und Game-Aktivistin. 2020 wurde sie mit dem Medienkunstpreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Jahrmann ist Professorin für Game Design an der ZHDK – Zürcher Hochschule der Künst und Univ.-Prof. für künstlerische Forschung am PhD Programm der Universität für angewandte Kunst in Wien und leitet seit 2020 das vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierte Forschungsprojekt Neuromatic Game Art: Critical Play with Neurointerfaces.
Artemis Vakianis ist seit September 2016 kaufmännische Vizepräsidentin des Wissenschaftsfonds FWF. Die studierte Volkswirtin und ausgebildete Kulturmanagerin verantwortete davor die kaufmännische Führung in zahlreichen Institutionen des Kulturbetriebs, unter anderem als stellvertretende geschäftsführende Direktorin an der Komischen Oper Berlin und als kaufmännische Direktorin beim Festival „Steirischer Herbst“.
Photo (c) @Anderwald + Grond