Die visuelle Kultur des Sufismus in Frankreich und Deutschland

Dr. Sara Kuehn, BA MA

Idemec – Institut d’ethnologie méditerranéenne, européenne et comparative, UMR 7307 – CNRS/Aix-Marseille Université Maison méditerranéenne des sciences de l’homme

Fachgebiet: Visuelle Kultur
Was ist es: Sufismus, der „mystische“ Islam, ist eine Tradition, die in ständigem Dialog mit der Gesellschaft und ihrer politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Dynamik steht, ist von wachsender Bedeutung in der europäischen Gesellschaft und hat u.a. die Fähigkeit, Geschlechternormen und etablierte Hierarchien – theologische und politische – zu durchbrechen. Trotzdem wissen wir wenig über das volle Potenzial und die damit verbundene religiöse visuelle Kultur. Durch dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt über die visuelle Kultur des Sufismus in Deutschland und Frankreich soll hiermit eine Lücke geschlossen werden.
Das Thema ist aktuell und wichtig, da (1) das Sehen und Visualisieren von figürlichen Darstellungen (im Islam) interkulturell als auch innermuslimisch regelmäßig Fragen aufwirft und Missverständnisse hervorbringt, die einer Erklärung bedürfen; (2) die Analyse des visuellen Ausdrucks der Sufis im Kontext des mystischen Islam in Westeuropa als Brücke zwischen „Ost und West“ dienen kann, indem sie die Rolle der visuellen Kultur und der religiösen Praxis als Gegenbewegungen zu religiösem Fundamentalismus und als treibende Kraft für religiösen Pluralismus untersucht.

Foto © Sara Kuehn